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Beispiel: Das Symbol vom Labyrinth

Als Grundlage zum Behandeln des Symbols „Labyrinth“ wird der griechische Mythos über Minotauros herangezogen.
Das Symbol des „Labyrinths“ ist sehr vielschichtig und hat bis heute keine eindeutige Bedeutung.
Schematische Abbildungen labyrinthartiger Formen wurden bereits im alten Ägypten, dem antiken Griechenland und im Norden Europas gefunden. In der römischen Zeit wurde die Abzeichnung von Labyrinthen im Eingangsbereich von Häuser auf dem Boden aufgetragen, um die private Sphäre der Hausbewohner von bösen Geistern zu schützen. Im Christentum bezeichnet „Labyrinth“ das Symbol des dornigen und schmallen Weges zu Gott. Die in der Spätrenaissance entstandenen Irrgärten – eine andere Form des Labyrinths - diente letztendlich der Unterhaltung des höfischen Adels.

Es gibt mehrere Ausführungen bzw. Baupläne vom Labyrinth. Sie alle kann man auf zwei grundsätzliche Planungskonzepte von Labyrinthen zusammenführen: Das klassische, kretische Labyrinth, das aus dem Mythos über den Minotaorus bekannt ist, ist eine Art Spirale, die im Zentrum des Labyrinths ihr Ende bzw. ihr Ziel findet. Diese Form des Labyrinths ist auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet, das inhaltlich nicht durch das Labyrinth selbst bestimmt ist.
Die zweite Form des Labyrinths ist die eines Irrgartens, wo die Verzweigungen so konzipiert sind, dass im Labyrinth kein Zentrum auffindbar ist und man sich leicht darinnen verirren kann. In so einem Labyrinth gibt es nur Eingang/Eingänge und Ausgang/Ausgänge, je nach Komplexität des Labyrinths: hier liegt das Ziel einzig und allein darin, aus dem Labyrinth hinauszufinden.

Auf der mentalen Ebene ist ein Labyrinth ein Weg zu einem Ziel, das nicht unmittelbar erreichbar ist und genau dieses wird im Rahmen des Kurses besprochen.

Aus der Kursgruppe werden zwei Gruppen gebildet, jede Gruppe wird sich mit einer der zwei Arten von Labyrinth beschäftigen, nämlich dem zentrierten Labyrinth und dem Irrgarten.

Jede Gruppe konstruiert ihr Labyrinth.
Danach wird darüber diskutiert, in welchen Lebensbereichen die Menschen mit ähnlichen Strukturen wie der des Labyrinths zu tun haben. Die Schlüsselworte sind dabei „der Weg“ und „das Finden“ und „die Methode“ und „sich irren“.

Hier werden einige davon genannt:
- schwere Entscheidungsfindung (lebensweltlicher Alltag in jeder Hinsicht)
- Lösung eines Problems (Lebenswelt, Wissenschaft, Psychologie)
- Problematische Lebenslage (Lebenswelt, Psychologie)
- Testen der kognitiven Fähigkeiten (Lernen, Spiele, Unterhaltung)
(Die konkrete Lebenssituation wird von den Kursteilnehmer selbst ausgesucht)

Nun kommen die Kursteilnehmer zum Hauptanliegen des Kurses – das Symbol des Labyrinths mit den unterschiedlichen Themenbereichen aus dem Leben zusammen zu bringen.
Dabei es ist wichtig, dass beide Gruppen in Ihrem Muster vom Labyrinth arbeiten und die gleiche Beispiele durch ihre Labyrinthe schicken.

Über die Ergebnisse dieser Irrfahrt wird gemeinsam in der Abschlußrunde diskutiert.

Ein Ziel ist es, das Symbol vom „Labyrinth“ in Verbindung mit so einem Sachverhalt wie „sich irren“ zusammenzubringen: Errare humanum est. - Irren ist menschlich.

Ein weiteres Ziel ist es, den Sachverhalt  des „sich irrens“ von beiden Seiten einzukreisen, nämlich negativ – eine Situation, wo sich kein Ausweg finden läßt und ein Problem keine Lösung zuläßt und ein Fortgang nur über einen Kompromiß gefunden werden kann. Und positiv – die Situation, wo man nach langem Überlegen und Abwägen zwischen pro und kontra und langen oder kurzen Umwegen doch zu einer Lösung des Problems kommt.


Dauer des Kurseinheit: 1 bis 1,5 Stunden
Teilnehmer: Eltern und Kinder (8-12) oder Kindergruppe (8-12)